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Kommentare deaktiviert für 7. GREEN LUNCH Frankfurt am 23. Februar

Letzten Donnerstag trafen wir uns im Garden Tower bei unserem 7. Green Lunch zum Thema „Immobilienmarketing“. Fast 60 Gäste hatten sich Zeit genommen, um mit uns über das Thema Immobilienmarketing nachzudenken. Martin Jung, Geschäftsführer der STERN GmbH aus Wiesbaden, führte uns mit seinem Impuls vor Augen, dass die alles durchdringende Digitalisierung auch hier allgegenwärtig ist und zunehmend Auswirkungen hat auf den Lebenszyklus von Immobilien. Verstärkt wird dies zudem dadurch, dass nach erfolgreicher Vermietung die Kommunikation mit dem Mieter deutlich abflacht, und der Nutzer oftmals in der Situation ist, dass seine Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr vollumfänglich wahrgenommen werden.

Aber der Reihe nach: zunächst stellte Herr Jung die These auf, dass Social Media ein wesentlicher Aspekt der Vermarktung ist. Jedoch: wenn man Mieter erreichen will, muss sich die Art der Kommunikation ändern – nur wenn der Mieter im privaten Bereich mit seinen Bedürfnissen adressiert wird, lässt sich dies über Social Media Kanäle verwerten und vermarkten. Da im Durchschnitt jeder Mensch 42 Minuten täglich bei facebook verbringt und sich hier persönliche und geschäftliche Themen unauffällig vermischen, bietet dies eine gelungene Plattform. Grundlegend hierbei ist, dass ein individueller und für den Nutzer interessanter Content geteilt wird.

Aber was genau macht geeigneten Content aus? Die Antwort von Herrn Jung ist eindeutig: jeder Mieter ist Markenbotschafter und Repräsentant des Hauses, hat seinerseits Kontakte mit weiteren Kontakten, die diese Botschaft als Multiplikatoren verbreiten.  Jedes Haus hat viele Menschen und Geschichten, die andere interessieren, vor allem wenn es um die Personen geht, die so ein Haus ausmachen: das kann ein Interview mit dem Facility Manager sein oder man stellt neue Mieter vor. Wenn man das Umfeld betrachtet und Veranstaltungen vorstellt, die  für die Mieter von Interesse sind, ist man bereits auf dem richtigen Weg. Und wenn sich der Absender jeder Botschaft mit seinem Objekt identifiziert und die Menschen darin ihm wirklich am Herzen liegen – dann findet authentische und wertbringende Kommunikation statt.

Dr. Roman Wagner merkt an dieser Stelle an: „Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema Nutzerzufriedenheit, und sehen, dass überwiegend wenig Wert darauf gelegt wird, wie zufrieden der Mieter ist und welche Bedürfnisse er hat. Erst wenn dieser wieder auf dem Markt unterwegs und auf der Suche nach Alternativen ist, wird er als wichtig wahrgenommen.“ Dies gilt es zu ändern und den Nutzer auch in seiner Rolle als Bestandskunden zu unterstützen und wertzuschätzen, damit Immobilienmarketing wirklich  zu langfristigem Erfolg führt.

 

Bei der nächsten These, nämlich der Bedeutung des Themas ‚Buch‘ spürt man förmlich die eigene Begeisterung des Referenten: digitale Überreizung und abnehmendes Interesse beim Kunden lassen das Gedruckte, das man in die Hand nehmen kann, wieder wichtiger werden, Voraussetzung ist allerdings hochwertiges Design. Der prognostizierte Tod des Buches ist nicht eingetreten, denn der Effekt der Haptik generiert Aufmerksamkeit und erleichtert das Abspeichern der Erfahrung im Langzeitgedächtnis. Jedoch: wie stark spricht dies die junge Generation wirklich an? Ist  es vielleicht eher eine Art Nostalgie vergleichbar mit der aktuellen Begeisterung über die Neuauflage des legendären und geliebten Klassikers Nokia 3310? Herr Jung zumindest ist ein echter Fan von Büchern und hofft hier auf ein Revival.

Wie die Entwicklung voranschreiten wird, zeigt die Zeit. Über eines sind sich allerdings alle  Anwesenden einig: die Zukunft des Immobilienmarketings liegt im Cross Channel Marketing, denn es ist die Vielfalt der Kanäle, die im gelungenen Zusammenspiel erfolgreiches Immobilienmarketing ausmacht. So ist es auch in der Fläche umgesetzt, in der wir zu Gast waren. Sie zeichnet sich aus durch einen Mix an Nutzung: teilweise ausgebaut, mit PopUps, dazu der digitale Ansatz mit virtuellen Brillen, die eine Erkundung der Marketing Suite in verschiedenen Varianten möglich macht. Diese Mischung demonstirert anschaulich, wie die Verknüpfung verschiedenster Aspekte ein erfolgreiches Marketing bewirken kann. Und trotz aller Digitaliserung: die persönliche Ansprache ist nach wie vor die Basis guter Kommunikation, ergänzt durch soziale Medien und eine intensivere Betreuung in der Nutzerphase mit dem auf die Menschen ausgerichteten Content anstelle von unverbindlichen Inhalten. Und so ließen wir den Lunch wie gewohnt und bewährt mit persönlichen Gesprächen und leckerem Essen ausklingen.

Wir freuen uns auf den nächsten GREEN LUNCH Frankfurt am 26. Oktober. Sie sind wieder herzlich eingeladen!

 

Written by Marcella Schneider