Change Management im technologischen Wandel – Wenn Arbeitsplätze redundant werden

In den Artikeln „Trends: So machen Sie Ihr Unternehmen zukunftssicher!“  und „Wie wird Corporate Real Estate Management durch Technologien der Zukunft verändert?“  hat das Team um Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces  bereits einen Blick in die Kristallkugel gewagt und weitreichende Veränderungen prognostiziert. Gleiches gilt auch für das Change Management, welches sich von Grund auf mit dem Wandel beschäftigt.

Die Zukunft ist ungewiss (Quelle: Sarah Holmes)
Die Zukunft ist ungewiss (Quelle: Sarah Holmes)

Problematisch ist jedoch, dass die schnelle Entwicklung des technologischen Wandels, mit seinen Folgen für die meisten Arbeitnehmer, aber auch viele Unternehmer, im Verborgenen stattfindet. Wie soll es auch anders sein, wenn die Implikationen für die Arbeitswelten der Zukunft nicht transparent diskutiert werden. Vermutlich liegt es daran, dass es ich dabei um Spekulationen und abstrakte Hypothesen handelt, eben kein leichtes Thema. Aus diesem Grund soll in diesem Artikel erörtert werden, welche Herausforderungen auf das Change Management zukommen werden. Unsere ausgearbeiteten Hypothesen lauten wie folgt:

  • Arbeitsplätze im mathematisch, logischen oder analytischen Bereich werden durch evolvierende Algorithmen schrittweise substituiert werden
  • Einfache mechanische Tätigkeiten werden gänzlich durch Robotik ersetzt werden
  • Das Bildungssystem wird sich den neuen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes anpassen
  • Unternehmensinterne Umschulungen und Förderprogramme werden mehr forciert werden

In der Finanzindustrie ist der technologische Wandel bereits fortgeschritten, wenn man bedenkt, dass große Teile aller Transaktionen auf den weltweiten Börsen automatisiert erfolgen. Algorithmisch basiertes oder gestütztes Handeln ist die Norm und wird stetig optimiert. Dies gilt auch für weitere Berufsfelder wie Analysten oder Steuerberater, deren Tätigkeiten durch intelligente Software automatisiert werden könnte.

Weshalb in Zukunft einen Cashflow in Excel modellieren und händisch Informationen zusammentragen, wenn ein Algorithmus ein genaueres Ergebnis mit mehr aggregierten Daten in kürzerer Zeit präsentieren kann? Dies bedeutet, dass das Change Management, gerade in konservativen Firmen, frühzeitig „bedrohte“ Berufe erkennen muss, um eine Lösung bieten zu können, die sowohl für die Mitarbeiter/innen als auch das Management, sinnhaft ist.

Dies leitet über zu Hypothese 4, da jene Mitarbeiter/innen nicht einfach wegrationalisiert, sondern umgeschult werden sollten. Analysten könnten demnach direkt an der Entwicklung der sie substituierenden Algorithmen beteiligt werden und diese konstant überwachen. Technisches Wissen wird somit zu einer Kernkompetenz, die durch unternehmensinterne Förderprogramme gefördert werden sollte. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter, die sich selbstständig und frühzeitig mit der Technisierung dezidiert auseinandersetzen einen Wettbewerbsvorteil auf dem globalisierten Arbeitsmarkt haben werden.

Eine Herausforderung für das Change Management wäre auch, neben dem Finden von „bedrohten Berufen“ und der Entwicklung von adäquaten Lösungen, Mitarbeiter/innen mit bereits existentem, technischen Wissen mit weniger versierten Kollegen und Kolleginnen zusammenzubringen, sodass sich jene gegenseitig unterstützen und Synergien entwickeln könnten.

Da die Technisierung keine emotional-kognitiven oder kreativen Tätigkeiten verrichten kann, sollte Kreativität und freies Denken gefördert werden. So wäre es denkbar, dass analytisch talentierte Mitarbeiter/innen mit kreativem Geschick neue Berufe im Business Development, der Produktentwicklung oder Konzeption finden.

Problematisch wird es jedoch bei Arbeitsplätzen, welche einfache, manuelle Tätigkeiten verlangen, wie zum Beispiel auf Baustellen, Fließbändern im produzierenden Gewerbe oder auch in der Landwirtschaft.  Diese Tätigkeiten werden in Zukunft von intelligenten Robotern erledigt werden können, sodass eine Vielzahl von einfachen Arbeitsplätzen redundant gemacht wird. Auch hier wäre es sinnhaft, Mitarbeiter/innen mit der zukünftigen Technik vertraut zu machen, sodass diese die Maschinen warten und verwalten können.

Schlussendlich wird sich das gesamte Bildungssystem den zukünftigen Begebenheiten anpassen müssen, damit Verzerrungen am Arbeitsmarkt geschmälert werden können. Neben dem Erwähnten werden noch weitere Veränderungen auftreten, welchen durch gutes Change Management begegnet werden sollte.

Falls Sie sich gerade fragen, wie es um die Zukunft Ihres Unternehmens bestellt ist oder welche Teilbereiche durch den technologischen Wandel am meisten beeinflusst werden könnten, dann haben Sie bereits jetzt den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht.

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