Das falsche Office: Weshalb Startups scheitern…

Die meisten Startups leiden an einer ähnlichen “Krankheit”, dem Zu-wenig-Kapital-aber-zu-viele-Pläne-Syndrom.

Symptomatisch treten hierbei oftmals Lean Marketing Konzepte, Minimum Viable Products und kleine Teams in improvisierten Büros auf. Ökonomisches Wirtschaften ist dabei eine Tugend mit der es manche Unternehmer zu genau nehmen und sie deshalb ihr Startup zu Tode sparen. Es liegt demnach auf der Hand, dass man als Unternehmer im richtigen Moment in den richtigen Geschäftsbereich seines Unternehmens investieren muss um zu wachsen. Klingt kompliziert, ist es leider auch…

Ebenso heimtückisch ist das Big-Spender-Syndrom von Unternehmern die gerade ihre erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen haben und sich nun mit neuem, trügerischem Reichtum konfrontiert sehen.

So kennen wir aus Deutschland die Geschichten von Unternehmen wie MyParfum oder Vibewrite, die Insolvenz anmelden mussten und viel Geld verbrannt haben. Im Fall von MyParfum wurde exzessiv in Marketing, 1000 qm Office Space und ein rasch skaliertes Team investiert, was die Fixkosten in die Höhe trieb.

Auch Vibewrite, dessen Geschäftsführung wegen Insolvenzverschleppung angezeigt wurde, hat das auf Seedmatch gesammelte Kapital in Höhe von 560.000€ innerhalb von drei Monaten verbrannt. Der größte Kostenposten waren Gehälter (67% – Unter anderem 600€ pro Tag für die Geschäftsführer). Platz 2 teilten sich bereits Büro, Buchhaltung und Produkt Entwicklung mit jeweils 7%. Dabei erscheint es logisch, dass ein Startup mit einem nicht marktreifen MVP vermutlich mehr Geld in die Produktentwicklung als in ein Büro stecken sollte.

An diesen lehrreichen Beispielen kann man sehen wie schnell gesammeltes Kapital aufgebraucht werden kann ohne einen tatsächlichen Mehrwert zu schaffen. In der Realität kann dies sehr schnell passieren, auch wenn die Fehlentscheidung nicht gleich zur Insolvenz führen muss – glücklicherweise -. Unternehmer sind eben keine Superhelden die vor monetären Fehlentscheidungen gefeit sind und sich in jedwedem Teilbereich ihres Geschäfts gut auskennen. Eine Utopie!

Gerade die Immobilienwirtschaft entzieht sich durch ihre komplexen rechtlichen wie auch ökonomischen Strukturen dem Verständnis vieler Menschen. Gewerbeimmobilien können für wachsende Startups schnell zu einer Falle werden, weshalb hier eine besonders hohe Kapitalverbrennungsgefahr herrscht. Stammtischwissen ist omnipräsent, aber bei langfristigen Entscheidungen nicht passend, weshalb Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces ein paar praktische Tipps für Unternehmer zusammengefasst hat:

  • Investieren Sie primär in Produktentwicklung, Service, Mitarbeiter und Marketing
  • Nicht jedes Startup muss in einer Core-Immobilie, einem Trendviertel oder einer A-Lage sein Loft-Office haben. Die Immobilie sollte zu Ihren Plänen, Ihrer Philosophie UND Ihrem Budget passen
  • Kalkulieren Sie lieber konservativ und führen Sie Belastungstests durch à Können Sie sich das Office leisten selbst wenn Ihr Business schlechter performt als antizipiert?
  • Ein skalierendes Startup bedarf flexibler Mietverträge
  • Immobilien, in denen Sie die Möglichkeit haben mehr Räume anzumieten ohne gleich komplett umziehen zu müssen, sind ebenso von Vorteil
  • Synergien mit anderen Startups in einem Gebäudekomplex können von Vorteil sein
  • Lassen Sie sich nicht von einem Makler blenden und lassen Sie sich bei Fragen gegen Honorar beraten, da die Immobilie neben den Personalkosten der höchste Fixkostenfaktor sein wird
Vita Vilcina
Office in NY oder Buxtehude? Quelle: Vita Vilcina – Unsplash

Gewerbliche Mietverträge sind in Deutschland nicht selten auf fünf Jahre und mehr ausgelegt, was für ein Startup ein Zeitraum ist, der nicht zu prognostizieren ist. Um einen konstant hohen negativen Cashflow zu vermeiden, wäre ein Staffelmietkonzept denkbar, welches Ihnen in der Anfangsphase etwas mehr Kapital zum Wirtschaften verschafft.

Auch ein kommerzieller Co-Working Space oder eine selbstorganisierte Shared Office Lösungen mit anderen Startups können in der Anfangsphase eine adäquate Lösung darstellen. Die wenigen Startups die von Anfang an aus Gründen des Marketings in prominente Ladenflächen/Offices ziehen würden, sind Unternehmen, die sich im Luxussegment ansiedeln wollen.

Ferner sollte das Office zu den Bedürfnissen des Teams und der Unternehmenskultur passen, weshalb eine Umgestaltung der Arbeitswelt unter Umständen sinnvoll sein kann. Dies kann sich bei skalierenden Startups auch positiv auf das Employer-Branding auswirken und dem Recruiting dienlich sein.

Auf Grund dessen hat sich das Team von Dr. Wagner & Partner dazu entschlossen eine Reihe von Workshops für Startups anzubieten, die nicht nur auf Skalierung und Arbeitswelten, sondern auch auf andere relevante Teilbereiche wie Employer-Branding und Marketing eingeht. Bei Fragen kontaktieren Sie uns einfach hier. Geben Sie im Betreff einfach Startup Workshop an und lassen Sie uns Ihre Website da, damit wir gleich erste Hilfe leisten können.

 

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