Die Zukunft der Arbeit – Eine Zeitreise ins Jahr 2022

Das Value for Workplace Team um Dr. Wagner & Partner folgte PWC auf eine spannende Zeitreise, die die Arbeit der Zukunft, genauer die Arbeitsbedingungen des Jahres 2022, untersuchen sollte. Die wichtigsten Inhalte der Studie sollen in diesem Artikel subsummiert und kommentiert werden. Dieser Blick in die Kristallkugel ist wichtig, da die Art und Weise wie in Zukunft global Arbeit verrichtet wird den gewerblichen Immobilienmarkt maßgeblich prägen wird. Die zunehmende Vernetzung durch das Internet und damit einhergehende Innovationen werden den Arbeitsmarkt verändern.

Wie wird der Arbeitsmarkt von morgen sein (Quelle: Alyssa Smith)
Wie wird der Arbeitsmarkt von morgen sein? (Quelle: Alyssa Smith)

Die Studie ist deshalb interessant und aussagekräftig, da an ihr 10.000 Personen aus China, Indien Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA teilgenommen haben. Ein erster, vielversprechender Vorgeschmack ist, dass 66% der Studienteilnehmer eine chancenreiche Zukunft sehen. Knapp über die Hälfte gehen davon aus, dass eine schumpetrische Innovation unsere Arbeitsprozesse in den nächsten 5-10 Jahren nachhaltig verändern wird.

Unserer Einschätzung nach haben sich die Innovationszyklen erheblich verkürzt, was nicht zuletzt dem Internet und der Schwarmintelligenz geschuldet ist. Themen wie Crowdsourcing, Open Sourcing, Big Data, Software as a Service, neuronale Netzwerke und Fortschritte bei der Produktion von Gütern durch kostengünstiges Prototyping, begünstigen diese Entwicklung erheblich.

Neben technologischen Innovationen haben die Studienteilnehmer angegeben, dass Ressourcenknappheit und Klimawandel, geopolitische sowie wirtschaftliche Machtverschiebungen, die demographische Entwicklung und eine zunehmende Urbanisierung die Arbeitswelt von Morgen prägen werden. Gerade HR Experten setzen sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinander, da diese auch deren Arbeit bestimmen werden.

So könnte es sein, dass große Firmen immer mehr an gesellschaftlicher Bedeutung und politischem Einfluss gewinnen werden, was man momentan an der stetigen Lobbyisierung der Politik sehen kann. Anderseits könnte es auch einen Trend zu mehr Spezialisierung geben, sodass lose Arbeitsnetzwerke entstehen, welche unabhängig von Raum und Zeit synergetisch zusammenarbeiten können. Jede HR Abteilung wird in Zukunft damit beschäftigt sein die besten Talente für sich zu gewinnen und durch proaktives Employer Branding attraktiv zu sein. Auch verschwimmt teilweise die Grenze zwischen Arbeit und Leben außerhalb des Berufs, da Firmen immer mehr in das Wohlbefinden ihrer Angestellten investieren.

Kritische Stimmen sehen dies nicht als altruistische Handhabe, sondern als kalkulierte Produktivitätssteigerung im Sinne der trajanschen „Panem et Circenses“, also den sagenumwobenen Brot und Spielen. Nüchtern betrachtet, kann jedoch jedes arbeitende Individuum für sich selbst entscheiden bis zu welchem Grade eine Firma mit ihren außerberuflichen Engagements Einzug ins eigene Leben hält, weshalb die konstanten Bemühungen von HR sowie anderen Abteilungen als positiv einzuschätzen sind.

PWC haben die zukünftige Welt in drei mögliche Szenarien aufgeteilt: Blau, Grün und Orange. In der blauen Welt haben große Firmen ihre Macht ausgebaut und dominieren das politische wie auch gesellschaftliche Geschehen. Konträr dazu steht die Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Fokus der grünen Welt. Die orange Welt ist gekennzeichnet durch eine Fragmentierung der Arbeitswelt, da kleine Entitäten das Gros an Firmen darstellen.

Im blauen Szenario hat das angestellte Individuum die von 44% aller Befragten ersehnte Jobsicherheit, muss sich aber der Doktrin von Wachstum, Profit und konstanter Kontrolle hingeben. Für die Verantwortlichen der HR bedeutet dies die konstante und systematische Kontrolle der Angestellten, was quasi zu einem Corporate Human Engineering stilisiert werden könnte. Ein dystopischer Trade-Off, der sich in der zunehmend individualistischen Gesellschaft unserer Einschätzung nach nicht durchsetzen wird.

In einer grünen Welt würde die Maxime nicht nur das ökologische sondern auch das soziale Wohlbefinden sein. Nachhaltigkeit ist der Dreh und Angelpunkt für jedwede Firma, was sich auch in dem sozialen Umgang mit den Angestellten widerspiegelt. Eine ausgewogene Work-Life-Balance, flache Hierarchien und ein personalisiertes Entlohnungssystem gehören dort zum Alltag. 65% aller Angestellten würden es bevorzugen in einer solchen Welt zu arbeiten.

Eine orange Welt könnte auch als Startupwelt bezeichnet werden. Kleine Firmen mit spezialisierten und vernetzen Marktakteuren, die stets flexibel Aufträge abwickeln und dabei ihre Kosten minimieren. Die Welt als Lean Startup. Ein solches Szenario würde sich ebenfalls auf die Arbeitssicherheit auswirken und zu Kurzzeitverträgen führen. 46% alles HR Experten halten eine Entwicklung zu Zeitarbeit für unausweichlich.

Wir gehen davon aus, dass eine Melange aus einer orangen und einer grünen Welt im Jahr 2022 die Realität darstellen wird. Eine erstarkende Gemeinschaft an freiheitsliebenden, individualistischen und kreativen Unternehmern wird den Arbeitsmarkt ebenso beeinflussen wie große Firmen, die erkannt haben, dass ein wohlwollender, nicht-ausbeutender Umgang mit Belegschaft und Natur der wahre Wachstumsmotor ist. Firmen werden ihre Arbeitswelten adäquat an die Bedürfnisse der zukünftigen Belegschaft und Rahmenbedingungen anpassen müssen, wobei wir Ihnen gerne helfen.

Diesen Beitrag teilen