Wie wird die Arbeitswelt von morgen aussehen?

In vorherigen wie auch kommenden Artikeln haben wir für Sie das Thema der zukünftigen Arbeitswelten in den Fokus gerückt. Dabei wurden jedoch primär technische Innovationen wie Künstliche Intelligenz, Synthetische Biologie, Robotik oder 3D Druck als prägende Faktoren der zukünftigen Arbeitswelten adressiert. Für die Mehrheit aller Unternehmen in Deutschland sind diese Themen futuristische Zukunftsmusik, obgleich ein rascher Wahrnehmungswandel ratsam wäre, um den Standort Deutschland auch nachhaltig zukunftssicher zu machen.

Einhergehend mit der vorherig angesprochenen Innovation ist eine gesteigerte Produktivität der verbleibenden Belegschaft, was eine Frage aufwirft, die die Arbeitswelten der Zukunft ebenso prägen wird. Diese Frage ist mehr zwischenmenschlicher sowie soziokultureller Natur:

„Wird die arbeitende Bevölkerung technologische Innovationen nutzen, um in jeder Arbeitsstunde noch produktiver zu sein oder wird in Zukunft eine Produktivitätssättigung  erreicht werden, sodass die Technologie zu kürzeren Arbeitszeiten und einer besseren Work-Life-Balance führen wird?“

Der Wachstumsmotor Produktivität

Eine Studie der OECD hat gezeigt, dass die Produktivität seit den 1990er Jahren konstant gestiegen ist, sich das Produktivitätswachstum in den Industrienationen jedoch verringert hat. Die Durchdringung des Internets in der Arbeitswelt ist der erklärende Faktor für die starke Produktivitätssteigerung zwischen 1998 und 2007.

Wie in der Graphik zu sehen, hat das Platzen der Subprimekrise einen Negativschock auf das Produktivitätswachstum ausgeübt und auch das Internet hatte einen sinkenden Mehrnutzen, da bereits eine Vielzahl von Arbeitsprozessen durch die Technologie produktiver gemacht worden war.

Interessanterweise hat sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nicht im selben Maße verringert. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt – und Berufsforschung aus dem Jahr 2015 hat ergeben, dass die durchschnittlich geleistete Stundenzahl zwar jährlich gesunken ist, jedoch nur um eine Rate von 0,4%. Darüber hinaus fallen geleistete Überstunden und die Arbeit der Selbstständigen aus der Statistik, weshalb anzuzweifeln ist ob in Berufen mit dem höchsten Produktivitätswachstum ein Arbeitsstundenrückgang evident ist.

Viel mehr ist die folgende Szene ein nicht mehr wegzudenkendes Faktum aus der modernen Arbeitswelt. Computer, Smartphone und Tablet ermöglichen eine konstante Erreichbarkeit, das Mailschreiben-to-Go und rasche Kollaboration über das Netz.

Die ständige Erreichbarkeit (Quelle: William Iven)
Die ständige Erreichbarkeit (Quelle: William Iven)

Die Arbeit wird produktiver, der oder die Arbeitende vielleicht nur gestresster. Die Meinungen gehen diesbezüglich auseinander, da zum einen die durchschnittlichen Krankheitstage abgenommen während berufsinduzierte Burnoutfälle konstant zugenommen haben.

Die Arbeitswelt von morgen kann vielerlei Gestalt annehmen. Es kann sein, dass disruptive Technologien einen ähnlichen oder gar stärkeren Effekt haben werden als das Internet, jedoch kann man hierzu keinen genauen Zeitpunkt festmachen. Auch weiß man nicht ob die Arbeitswelt der Zukunft von großen Corporates oder vielen Neugründungen geprägt werden wird. Ob die Arbeit aus dem Office, dem hippen Coworking-Space oder dem Home Office geleistet werden wird, bleibt an dieser Stelle auch nur Spekulation.

Die einzige Gewissheit ist, dass die Produktivität global zunehmen wird und die arbeitende Bevölkerung der Zukunft in einer Stunde mehr Wertschöpfung generieren könnte als zum heutigen Tage. Die Betonung liegt auf dem Wort „könnte“.

Folglich müssen Unternehmen von heute Produktivitätssteigerung attraktiv machen und den Arbeitsplatz an die gesteigerte Leistung anpassen. Der Schlüssel zum Erfolg wird also sein die Belegschaft zu verstehen und auf deren Bedürfnisse einzugehen, sodass die subjektiv empfundene Work-Life-Balance trotz erhöhter Produktivität gewahrt oder gar verbessert wird.

Sollten Sie den Wunsch haben Ihre Arbeitswelt für die Zukunft vorzubereiten, um einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, dann kontaktieren Sie gerne das Team um Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces. Wir helfen Ihnen gerne und stehen beratend zur Seite!

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