Activity Based Working – Eine Nahaufnahme

Zuletzt haben wir im April 2014 über das Thema Activity Based Working, kurz ABW, in unserem Artikel Büroimmobilien-Konzepte RELOADED: Das iPrinzip in Bürogebäuden, berichtet.

Durch den immer rascher voranschreitenden technologischen Wandel , welcher die Arbeitswelt von morgen, aber auch die Ansprüche der zukünftigen Mitarbeiter, wie der tech-affinen und Work-Life-Balance liebenden Generation Y, beeinflusst, ist es essentiell sich mit produktivitätssteigernden sowie attraktiveren Arbeitswelten zu beschäftigen.

ABW könnte eine Lösung sein und soll deshalb mit seinen möglichen Vor – sowie Nachteilen beleuchtet werden.

Was ist Activity Based Working?

ABW ist eine Methode, bei der die Arbeitswelt dazu dient Arbeit zu unterstreichen und die Belegschaft produktiver zu machen. Ziel ist es Synergien hervorzubringen und Kommunikation zu fördern. Mitarbeiter haben nicht wie üblich designierte Arbeitsplätze, sondern suchen sich selbst den adäquaten Arbeitsplatz für eine bestimme Aufgabe.

Flexible Office-Gestaltung - Quelle: FindAPhoto
Flexible Office-Gestaltung (Source: FindAPhoto)

Die Arbeitswelt ist nach dieser Philosophie nicht mehr einfach ein Raum für Arbeit, sondern wird metaphorisch zu einem Werkzeug, welches der Arbeit dient und das Geschick der Mitarbeiter positiv beeinflusst.

Ein Ausflug zu den Wurzeln von Activity Based Working

Jay Chiat, ein legendärer Ex-Apple Mitarbeiter, hatte im Jahr 1993 eine Epiphanie und wollte die Arbeitswelt in seiner Firma revolutionieren. Er warf dazu alle Konventionen über Bord, erlaubte Heimarbeit, schaffte feste Arbeitsplätze ab und ordnete weitere, damals unglaubliche, Novellierungen an. Sein Experiment scheiterte kläglich.

Wie so oft bei disruptiven Konzepten und spannenden Ideen, war er seiner Zeit um einige Schritte voraus.

Eine Momentaufnahme – So ist es heute

Heute adaptieren Unternehmen wie Google, die damals gescheiterte Idee und erschaffen maßgeschneiderte Arbeitswelten für ihre Bedürfnisse. Der Tech-Gigant geht sogar so weit, dass Angestellte mit unterschiedlichen, beruflichen Werdegängen gezielt zusammengebracht werden, um sich gegenseitig zu fördern. Den Angestellten ist es dabei völlig freigestellt, ob im eigenen Café, mit einem konventionellen Schreibtisch, einem rückenschonenden Stehtisch oder in einem Ruheraum gearbeitet wird.

Dabei sollte ABW nicht mit den Begriffen „Hoteling“ oder „Hot Desking“ in Verbindung gebracht werden, denn eine ideale Arbeitswelt bietet in der Regel mehr Plätze als es Mitarbeiter gibt, was konträr zu den beiden vorherigen Begrifflichkeiten ist.

Nachteile des Activity Based Working

  • ABW verlangt dem Management einiges ab, da man die Mitarbeiter weniger kontrollieren kann.
  • Damit einhergehend muss Change Management gelebt werden, was vielen Unternehmen schwer fällt. Dazu mehr in unserem Artikel „Wieso manche Unternehmen erfolgreicher sind als ihre Konkurrenz – Der Faktor Change Management
  • Es kann unter Umständen passieren, dass die Mitarbeiter mit der neuen Flexibilität und Freiheit noch nicht so gut um gehen können, was zu Stress oder temporär geringerer Produktivität führen könnte. Eine professionellen Umsetzung und Begleitung des Prozesses beugt diesen Problemen jedoch vor.

Vorteile des Activity Based Working

  • Man kann bei der Konzeption und der Umsetzung gleichermaßen die Belegschaft mit in den Prozess einbinden und so für das Projekt begeistern. Dies beugt nicht nur den adressierten Problemen vor, sondern fördert das Team-Building und die Identifizierung mit der gemeinsamen Arbeitswelt.
  • ABW fördert nicht nur Kommunikation, sondern ermöglicht es, dass Mitarbeiter voneinander lernen indem sie kollaborieren.
  • Ebenso wird Innovation aus dem Unternehmen heraus gefördert, da im kommunikativen Miteinander leichter Ideen hervorgebracht werden, als im stillen Kämmerlein.

Die Umsetzung – Der Schlüssel zum Erfolg

ABW ist insbesondere für Unternehmen mit Projektarbeit sowie in kreativen und innovativen Branchen interessant. Wir sind jedoch der Meinung, dass jedes Unternehmen von dem Konzept profitieren kann, da man auch Teile daraus adaptieren kann.

“Entscheidend ist auch, dass Leistung nicht durch Anwesenheit, sondern durch Output gemessen wird.”

Man verhindert das „Absitzen“ der Arbeitszeit im eigenen Office und bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit über sich hinauszuwachsen. Dies geschieht durch Interaktion mit Kollegen aus verschiedenen Bereichen, durch kreative Stimuli aus maßgeschneiderten Arbeitswelt, der neuen Flexibilität und der damit einhergehenden Verantwortung.

Entscheidend ist auch, dass sich das Management positiv verändert und das Change Management professionell betrieben wird. Die perfekte Gestaltung einer passenden Officelösung sollte dabei ebenso gewissenhaft umgesetzt werden, weshalb wir Ihnen gerne mit unserem Team von Value for Workplaces zur Seite stehen.

Diesen Beitrag teilen