Das Musterbüro – physisch oder digital?

Das Musterbüro, neudeutsch Marketing-Suite, ist eine Einrichtung zur Unterstützung derVermarktungsaktivitäten einer Immobilie. Es stellt die Vorzüge einer Immobilie sowie mögliche Raumvarianten dar.

Insbesondere bei älteren, lerrstehenden Objekten fehlt es den potenziellen Nutzern an Vorstellungskraft, wie die Anforderungen in dieser Immobilie ideal umgesetzt werden können. Hier bietet sich ein Musterbüro an, welches sowohl unterschiedliche Arbeitsplatzbereiche als auch Besprechung, Lounge und Teeküche ansprechend umsetzt. Der starke Kontrast der weichen und farblich aufeinander abgestimmten Musterbüros zur harten und kalten Bestandsimmobilie kann sehr inspirierend wirken.

Letztlich steht die Investition in ein Musterbüro der Verbesserung der Vermietungsaktivitäten gegenüber. Aus Erfahrung muss dabei mit Kosten zwischen 200-400 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Sollen Glaswände als Raumteiler gezeigt werden, ist schnell die Grenze von 500 € erreicht. Neues Mobiliar kann in Kooperation mit einem Hersteller günstig ausgestellt werden, sollte aber nicht mit Bestandsmobiliar zusammengewürfelt werden.

Eine Alternative zum physischen Musterbüros ist die digitale Variante. Hiermit lassen sich vorkonfiguriert per Mausklick Varianten in der Belegung darstellen und mittels Animation Kamerafahrten durch das zukünftige Bürounternehmen. Ein großer Vorteil der digitalen Variante ist Einstellbarkeit von Farben und Materialien in der Szenerie. Habe ich den potenziellen Nutzer einmal so weit, dass er sich über die Teppichfarbe Gedanken macht, stellt er i.d.R. das Haus als solches nicht mehr in Frage. Unbestreitbar ein starkes Instrument in der Vermarktung. Mit etwa 8.000 € für eine hochwertige und webbasierte Animation sind die Kosten deutlich geringer als ein Musterbüro. Zudem weist die Animation den Vorteil auf, dass sie mit wenig Aufwand angepasst und für andere Häuser nutzbar gemacht werden kann.

 

Quelle: Eigene Entwicklung in Zusammenarbeit mit 3D-Scapes
  1.  Bildausschnitt 360°: mit Klick auf linken Mausknopf kann in alle Richtungen navigiert werden
  2. Wahl der Büroformen: Wahl zwischen den Varianten Zellen-, Gruppen- und Kombibüro
  3. Grundriss: Regelgeschoss mit derzeit 2 Standpunkten (aktueller Standpunkt in grün). Der Grundriss verändert sich mit den gewählten Büroformen und zeigt die aktuelle Blickrichtung
  4. Objektwahl: hier wird das Objekt gewählt, welches in der Farbe geändert werden soll
  5. Varianten: hier können z.B. Glasschwerter, Sichtschutz, Kicker etc. ein- und ausgeschaltet werden
  6. Farbwahl: mit Klick in das Farbfenster lassen sich Farben für das aktivierte Objekt verändern
  7. Zoom: rein- und raus zoomen aus dem Bild über den Regler möglich (Achtung auf Verzerrung)
  8. Screenshot: mit Klick auf den Fotoapparat wird ein Bild angefertigt, z.B. um die festgelegten Einstellungen dem Nutzer später zuschicken zu können. Die Bilder werden im Ordner „Screenshots“ hinterlegt
  9. Save/Load Einstellungen: vier verschiedene Einstellungen der Farben können über Klick auf „Save“ gespeichert und später über „Load“ wieder hervorgerufen werden.

Die deutlich geringeren Kosten können aber nicht über den Nachteil hinweg täuschen, dass der potenzielle Mietinteressent keine Möglichkeit hat, sich auf einen Stuhl zu setzen oder einen Tisch anzufassen. Trotz aller digitalen Möglichkeiten bleibt das haptische Erlebnis aus.

Aus meiner Sicht ist das digitale Musterbüro eine sinnvolle Ergänzung zum physischen Musterbüro in großen Häusern, bei kleinem Budget. In einem kleinen Haus reicht möglicherweise die digitale Variante des Musterbüros. Wichtig ist zu verstehen: Je mehr Kanäle ich anspreche, desto größer die Wahrscheinlichkeit den potentiellen Nutzer zu ködern. Warum also nicht mit einem Marketing-Mix aus physischem und digitalem Musterbüro?

Hilfreich kann dabei auch die Präsentation auf dem neuen iPad 2 sein. Siehe dazu auch den Artikel 3D iPad Panorama – Virtuelles Marketing

 

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