Neue Wege in der Immobilienvermarktung – Alternativen zum Exposé?

Aktuell werden in der Immobilienwirtschaft die Chancen und Hoffnungen der Social Media Kanäle zur Vermarktung von Immobilien intensiv diskutiert. So hat das neue Immobilien-Panel IPP von Immowelt eine Befragung zur Social Media Nutzung unter 1123 Immobilienmaklern durchgeführt.

Das Ergebnis finde ich dahingehend spannend, als dass bereits ein Drittel der Befragten Social Media im Vertrieb und Marketing einsetzt und etwa 23 Prozent planen entsprechende Aktivitäten. Nur noch ein knappes Drittel lehnt Social Media zur Vermarktung aus Überzeugung ab.

Jeder Fünfte verspricht sich eine Vergrößerung des Kundenkreises, 15 Prozent nutzen Netzwerke zur Kontaktpflege, während 14 Prozent hier ein geeignetes Mittel zur Umsatzsteigerung und Unterstützung bei der Vermittlung von Immobilien sehen. Die bewussten Nicht-Nutzer versprechen sich entweder keinen Erfolg (27%) oder glauben ihre Kunden dort nicht anzutreffen (27%). Manche fürchten sogar, dass Social Media Aktivitäten Schaden könnten.

Social Media Umfrage
Social Media Umfrage (Source: Own)

Da die meisten Makler wenig am Schreibtisch aber viel Zeit im Auto verbringen, bleibt häufig nur das Telefon, um diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Warum aber nicht gleich ein Video drehen, muss sich der Findige Thomas Neubauer aus Frankfurt von immobilien-und-consulting.de gedacht haben?! In seinem Immobilien Video Blog berichtet er regelmäßig kurz über interessante Themen – während der Fahrt! Auf seiner Webseite sind die Episoden verlinkt, viel Spass und gute Fahrt beim Nachmachen…

Etwas progressiver gehen zwei australische Immobilienmakler vor. In der Vermarktung zweier Luxusimmobilien haben sie aufwendige Videos produzieren lassen, die einen gemeinsamen Aufhänger haben: Mit Sex und Action wird hier vor allem die männliche Zielgruppe angesprochen. Das Video zu 15 Queen Anne Court, Sovereign Islands, Queensland ist seit Anfang März auf Youtube verfügbar und hatte bereits über 675.000 Aufrufe. Weniger aufwändig und deutlich seriöser gestaltet sind die dazugehörigen Landingspages.

Aus meiner Sicht sind die Videos eine heikle Gradwanderung, die ich mir insbesondere im gewerblichen Immobilienvertrieb nicht vorstellen kann. Allerdings kann etwas Mut nicht schaden, die Download-Zahlen geben den Beiden auf jeden Fall Recht.

Um die Frage zu beantworten, ob ein Video vom Objekt, ein Film oder eine Internetseite zum Objekt das Exposé ablösen werden, kann ich aus Erfahrung sagen: Ein Exposé mit Plänen und wichtigen Detailinformationen bleiben für alle Interessierten wichtig. Allerdings lässt sich mit der Vielfalt an Möglichkeiten eine viel größere Bandbreite von potenziellen Interessenten ansprechen und hiermit auch bereits gut selektieren. Damit kann ein Vermittler aus meiner Sicht sehr effizient vorgehen.

Für diejenigen, die einen Einstieg in die Multi-Media Kanäle von Facebook, Twitter, YouTube etc. suchen, sei das Buch “Social Media – Wie Sie mit Twitter, Facebook und Co. Ihren Kunden näher kommen” aus dem Addison-Wesley Verlag empfohlen (ISBN: 978-3-8273-3019-2 für 29,80 €). Das Inhaltsverzeichnis findet sich hier.

Prädikat: sehr hilfreich!

 

 

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