Schwarmintelligenz – Was wir von Crowd-Scourcing Plattformen lernen können

Seit wenigen Jahren setzen große Unternehmen auf die Intelligenz der Masse, wenn Sie Problemstellungen und Forschungsansätze gelöst haben wollen. Von der Open Innovation übers Crowdsouring bis hin zum Crowd Wisdom hat sich eine Kraft entfaltet, die voll auf die Schwarmintelligenz der Masse setzt.

Wisdom of Crowds - Gemeinsam Klug (Quelle: Pexels)
Wisdom of Crowds – Gemeinsam Klug (Quelle: Pexels)

Bei meiner Recherche zu diesem Artikel bin ich auf einen interessanten Blog Crowd Wisdom – gemeinsam sind wir schlauer! von Petra Herr gestossen, einer Studentin der TU Ilmenau. In Ihrem Artikel “Lasst Euch in die Köpfe schauen” beschäftigt Sie sich mit der Frage, was Crowd Wisdom leisten kann. Sie verweist dabei auf Jeff Howe, der als Vater des Crowdsourcing-Terminus grundsätzlich zwei Kategorien unterscheidet:

  1. Problemlösung
  2. Ideenfindung / Innovation

Bei der ersten Kategorie (Problemlösung) werden z.B. Forschungsaufgaben von Unternehmen oder der Regierung gegen Geld ausgelobt – entweder auf den Webseiten des Unternehmens oder auf einer unabhängigen Plattform. Neben den monetären Gründen sind es häufig Neugierde und Herausforderungen die hier zum Mitmachen animieren.

Beispiele solcher Plattformen sind z.B. Challenge.gov, eine Initiative der US-Regierung. Hier werden Anregungen der Bürger aufgenommen bzw. Projekte der Regierung ausgelobt und gemeinsam eine Lösung gesucht. Als Beispiel hat die NASA für 10.000 $ eine Datenbank zur Analyse von Monddaten ausgeschrieben.

 

Bei der zweiten Kategorie (Ideenfindung / Innovation) werden die Ideen vieler Menschen strukturiert zusammengetragen. Auf Online-Plattformen wie OpenPlanetIdeas oder myStarbucksideas werden sog. “idea jams” durchgeführt, die letztlich auch in neuen Produkten oder Geschäftsansätzen resultieren können. Der Vorteil ist die Kundennähe und deren “frischer” Blick auf das Unternehmen von außen.

Mit über 25.000 Ideen und Kommentaren zu Kaffeeprodukten, 11.500 zur Athosphäre in den Läden und Lokationen sowie 7.200 Anregungen zur sozialen Verantwortung des Konzern hat Starbucks eine beeindruckende Anzahl von “Mitmachern”. Damit ist Starbucks führend in der Nutzung seiner “Kundenintelligenz”. Die Unternehmenseigene Plattform ist unter mystarbucksidea.com eingerichtet worden. Ein Beispiel für eine Idee von dmoore:

“Stop manufacturing in China and employ Americans to produce your mugs and merchandise. Hence increasing your possible customer base with employed Americans and not using chinese labor and circumventing environmental regs by offshoring production.”

Weitreichender als die unternehmenseigene Starbucks-Seite geht die unabhängige Plattform Innocentive. Für Preisgelder bis zu 1 Mio. Dollar werden aktuell über 1.200 Auslobungen auf der Seite angezeigt. Bisher sind über 7 Mio. Dollar an Preisgeldern gezahlt worden, bei einer Erfolgsrate der eingereichten Lösungsansätze von 50 %.

Was bedeuten die oben genannten Beispiele von Crowd-Scourcing und Crowd-Wisdom nun für die Beratungs- und Immobilienwirtschaft? Vor einigen Wochen hat Jones Lang LaSalle begonnen, seine Research Berichte über Twitter zu verbreiten. Die Union Investment Real Estate geht noch etwas weiter und setzt neben dem immobilienspezifischen (@unionrealestate) auch auf themenspezifische Neuigkeiten (@nachhaltigeimmo). Die Immobilienwirtschaft setzt damit voll auf Social Media (s. Artikel Neue Wege in der Immobilienvermarktung – Alternativen zum Exposé?). Aber erreicht sie damit wirklich die richtigen Leute? Und lässt sich mit der Masse an ungezielt gestreuter Information auch Geschäft generieren?

Auch wenn wir Social-Media nicht mehr vernachlässigen können, bin ich der Meinung, unsere Kunden und unsere Mitarbeiter sollten noch intensiver “bearbeitet” werden. Das bedeutet nicht, das wir zukünftig Entscheidungen à la Basisdemokratie treffen müssen. Es wird sich aber auch kein Firmenlenker mehr leisten können, seine Kunden und seine Mitarbeiter nicht in einen Veränderungs- oder Innovationsprozess Prozess integriert zu haben.

In dem Sinne: Fragen wir unsere Kunden und Mitarbeiter was wir noch besser machen können!

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