Vom Startup zum Corporate – Skalierung im Fokus

Der Traum vom Unicorn

Welcher Gründer oder welche Gründerin träumt nicht davon das nächste Unicorn aufzubauen? Eine geniale Idee haben vermutlich mehr Menschen als man denkt, jedoch schaffen es nur wenige in den Olymp des Silicon Valleys. Eine Vielzahl von guten Ideen wird nie umgesetzt, sondern verweilt als Luftschloss eines gründungsaffinen Menschen.

Der Startup Olymp (Quelle: Modestas Urbonas)
Der Startup Olymp (Quelle: Modestas Urbonas)

Wagt ein Gründer oder eine Gründerin den Schritt in die Selbstständigkeit so ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns mit über 70 Prozent weitaus größer als die des Erfolgs. Die Gründe für das Scheitern können unterschiedlich sein, jedoch haben sich einige kritische Faktoren herauskristallisiert, welche jedoch noch akademisch fundierter Gewichtung entbehren.

Bill Gross, Co-Founder von PIMCO, beschreibt in seinem Ted Talk fünf kritische Erfolgsfaktoren. Auf dem ersten Rang befindet sich Timing, eine Externalität welche sich dem Einflussbereich aller Gründer gänzlich entzieht. Die vorherig genannte „Zufallsvariable“ ist dicht gefolgt von den Faktoren Team, Idee, Geschäftsmodell und Finanzierung. Das Team befindet sich in der Einflusssphäre der Unternehmer, beinhaltet jedoch eine Vielzahl komplexer psychologischer und sozialer Faktoren. Die Bewertung einer Idee ist teils subjektiver Natur, wohingegen die Qualität des Geschäftsmodells und eine adäquate Finanzierung belastbare Faktoren sind.

Skalierung 101

Schafft es nun ein Startup den steinigen Gründungsweg in der Anfangsphase erfolgreich zu beschreiten, so warten die Risiken der Skalierung. Erfolgsforschung bei jungen Unternehmen hat gezeigt, dass die Skalierung von Prozessen oftmals ungeahnte Probleme bereitet. Im produzierenden Gewerbe könnte die Herstellungskapazität ein limitierender Skalierungsfaktor sein, während bei Dienstleistern die Hintergrundprozesse zu wenig automatisiert sind oder nicht genug gutes Personal vorhanden ist. So kann zu schnelles Unternehmenswachstum eine Gefahr darstellen, falls die Weichen für eine reibungslose Abwicklung nicht in der Anfangsphase geplant wurden. Dies bedeutet konkret, dass sämtliche Unternehmensprozesse, intern sowie extern, von Anfang an skalierbar angelegt oder frühzeitig geändert werden sollten.

Hier kommt das Change Management ins Spiel, welches primär mit großen Unternehmen in Verbindung gebracht wird. Dabei müssen sich skalierende Startups konstant mit Change Management befassen, um ihre Prozesse stetig den neuen Markt – und Nachfragebedingungen anpassen zu können. Dabei ist eine Vielzahl von Bereichen betroffen, von denen einige stichpunktartig genannt werden sollen:

  • Automatisierung
  • Backend (Datenauswertung, Erhebung und Speicherung)
  • Corporate Culture
  • Erschließung neuer Wachstumsmärkte
  • Gesellschaftsform
  • Innovationskultur
  • Interne und externe Kommunikation
  • Marketing
  • Office & Standort
  • Partner à Können bisherige Partner bei Skalierung mitziehen oder werden neue Partner gebraucht
  • Rationalisierung
  • Recruiting
  • Serverkapazität & Sicherheit
  • Steuerliche Behandlung
  • Sourcing
  • Transition vom Startup zum SME oder Corporate (neue Unternehmensstrukturen)

Diese Aufzählung lässt sich sicherlich um viele weitere Punkte ergänzen, die Sie auch gerne in den Kommentaren mit Ihren Erfahrungen ergänzen können.

Dies verdeutlicht jedoch, dass sich Gründer und Gründerinnen bereits in der Anfangsphase einen Gefallen tun würden, wenn Prozesse von Grund auf skalierbar angelegt werden würden. Es ist zumindest wichtig, dass Startups erkennen, wenn sie zu schnell skalieren und ihren Kapazitäten davongaloppieren. So kann es durchaus helfen Werbemaßnahmen kurzfristig zu entschleunigen, um die hoffentlich hohe Kundenzufriedenheit nicht zu gefährden.


Obwohl das Team um Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces bereits im Artikel „Das falsche Office: Weshalb Startups scheitern…“  auf die Risiken einer falschen Officewahl bei Skalierung hingewiesen hat, soll an dieser Stelle nochmals kurz darauf eingegangen werden.

Auch wenn es verlockend ist bei rapidem Wachstum aus der metaphorischen Garage in ein repräsentatives Office zu ziehen, sollte darauf geachtet werden konservativ zu budgetieren und finanzielle Belastungstests durchzuführen. Darüber hinaus sollten zuerst alle kundenrelevanten Prozesse skalierbar gemacht und optimiert werden. Der wichtigste Merksatz lautet deshalb:

„Ein skalierendes Startup bedarf flexible Mietverträge!“

Sollten Sie Fragen bezüglich Skalierung haben, so wenden Sie sich doch einfach an uns und schicken Sie uns hier eine Nachricht. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

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